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Luft- und Winddichtigkeit

Nur ein luft- und winddicht eingebauter Dämmstoff kann seine Dämmwirkung voll entfalten!

Die Winddichtung liegt außen auf der kalten Seite der Wärmedämmung. Sie soll in erster Linie verhindern, dass im Winter kalter Wind durch den Dämmstoff strömt. Dies würde zu großen Wärmeverlusten führen. Im Sommer verhindert die Winddichtung das Durchströmen der Dämmung mit warmer Luft und trägt so zum sommerlichen Wärmeschutz bei.
Die Winddichtung hat außerdem die Aufgabe, den dahinter liegenden Dämmstoff vor Witterungseinflüssen wie Treibregen, Flugschnee und Kondensat, das sich unter den Ziegeln bilden kann, zu schützen. Sie muss daher undurchlässig für Wasser sein, aber nicht für Wasserdampf. Im Gegenteil: Bei einer dampfdiffusionsoffenen Winddichtung kann Feuchtigkeit, die außerplanmäßig in die Konstruktion gerät, wieder nach außen verdunsten und richtet so keinen Schaden im Bauteil an.

In Abhängigkeit von der Dachneigung und erhöhten Anforderungen, die auf das Dach einwirken, übernehmen nach den Regeln des Dachdeckerhandwerks Unterspannungen, Unterdeckungen oder Unterdächer die Funktion der Winddichtung. Als Materialien kommen dampfdiffusionsoffene Kunststoffbahnen, witterungsunempfindliche Holzweichfaserplatten und Holzschalungen in Verbindung mit Kunststoffbahnen zum Einsatz. Die Anforderungen an die Ausführung sind dem  Merkblatt für Unterdächer, Unterdeckungen und Unterspannungen [15] zu entnehmen.

Die Luftdichtung liegt innen auf der raumzugewandten Seite der Wärmedämmung. Sie ist meistens identisch mit der Dampfbremse oder -sperre. Wie die Winddichtung soll sie verhindern, dass im Winter kalte Außenluft und im Sommer feuchtwarme Raumluft durch die Konstruktion strömt.
Nach Möglichkeit sollen auch für die Luftdichtung dampfdiffusionsoffene Materialien verwendet werden, damit eventuell im Bauteil anfallendes Wasser auch nach innen verdunsten kann. Bauphysikalisch optimal ist es, wenn die Luftdichtung etwas dampfdiffusionsdichter ist als die Winddichtung, damit sich kein Tauwasser infolge von Wasserdampfdiffusion bildet.
Neben Dampfbremsfolien werden heute vielfach Dampfbremspappen als Luftdichtungsbahnen eingesetzt. Luftdichtungssysteme bieten zu den flächig eingesetzten Bahnen darauf abgestimmte Klebematerialien an. Die Luftdichtung kann auch mit Plattenwerkstoffen ausgeführt werden. Allerdings müssen die Anschlüsse und Stöße luftdicht verklebt werden.

Wind- und Luftdichtigkeit einer Konstruktion werden durch die Verwendung von Zellulosedämmstoffen unterstützt, da diese relativ luftundurchlässig sind und sich durch das Einblasverfahren eine fugenlose dichtende Dämmschicht bildet.
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2010/09/05 zurück Druckansicht Sitemap Impressum